Produktiv oder einfach nur beschäftigt? Warum „viel zu tun“ oft keine Ergebnisse bringt
- Stephan Toff

- 20. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Ist beschäftigt sein dasselbe wie produktiv sein?

Auf den ersten Blick sieht es so aus. Wer rennt, viel telefoniert, Mails beantwortet und von Termin zu Termin springt, wirkt engagiert und wichtig. Doch hinter diesem Aktivitätsrauschen steckt oft etwas anderes: Menschen, die sehr viel tun aber wenig Wirkung erzielen.
Viele spüren genau dieses Gefühl am Ende eines Tages. Sie sind erschöpft, haben viel erledigt und trotzdem das irritierende Gefühl, nicht wirklich weitergekommen zu sein. Gerade in hybriden oder digitalen Arbeitswelten verstärkt sich dieses Gefühl des ständigen Beschäftigtseins. Warum Homeoffice sowohl Freiraum als auch neue Belastungen bringen kann, beschreibe ich hier ausführlicher. → Link
Gleichzeitig wissen wir, dass Kreativität ein entscheidender Treiber für Innovation ist. Sie sorgt für bessere Lösungen, neue Wege und echte Fortschritte. Aber Kreativität braucht Zeit, Raum und Leere. Und genau diese Räume verschwinden, wenn wir permanent beschäftigt sind.
Beschäftigt vs. produktiv: Wo liegt der Unterschied?
Beschäftigt sein
Beschäftigt sein fühlt sich produktiv an, ist aber meist nur eine Art Beschäftigungstherapie. Es ist die Illusion von Kontrolle. Wir reagieren, wir löschen Brände, wir sind ständig verfügbar. Doch häufig entstehen in dieser Hektik kaum echte Ergebnisse.
Typische Anzeichen:
Man ist ständig erreichbar, aber wenig wirklich fertig
Externe Anforderungen bestimmen den Tag, nicht das Wesentliche
Die Energie fliesst in kleinteilige Aufgaben statt in grosse Hebel
Es ist Aktivität ohne Richtung.
Dieses Muster zeigt sich auch in Entscheidungsprozessen. Viele Teams verheddern sich im Diskutieren statt im Vorwärtskommen. Wie man diesen Knoten lösen und Entscheidungen schneller treffen kann, erkläre ich im Artikel Konsens vs. Konsent. → Link
Produktiv und kreativ arbeiten
Kreativität und echte Produktivität entstehen nicht im Abarbeiten, sondern im Denken, Sortieren und Verbinden. Sie brauchen Fokus, innere Ruhe und den Mut, Aufgaben zu hinterfragen statt einfach weiterzutreiben.
Typische Merkmale:
Der Blick richtet sich auf das grosse Ganze
Fokus auf langfristige Wertschöpfung statt ständiges Klein-Klein
Ideen entstehen, weil Raum zwischen den Aufgaben vorhanden ist
Während Beschäftigtsein reaktiv ist, ist Kreativität proaktiv. Sie gestaltet statt verwaltet.
Warum ständige Beschäftigung Kreativität verhindert
Viele Menschen fühlen sich in ihrem Alltag gefangen. Der Kalender ist voll, die Inbox explodiert und Unterbrechungen ziehen die Aufmerksamkeit in alle Richtungen. Das Problem: Kreatives Denken braucht ungestörte Phasen. Ohne diese Momente bleibt das Gehirn im „Reaktionsmodus“.
Häufige Gründe für das Dauer-Getriebensein:
Unterbrechungen, ständige Erreichbarkeit, fehlende Pausen
Der Anspruch, alles perfekt und sofort zu erledigen
Unklare Prioritäten oder ein mangelndes „Stoppsignal“
So entsteht das Paradox: Je mehr man arbeitet, desto weniger kommt wirklich dabei heraus.
Ein Grossteil dieser Dynamik entsteht durch Rollenunklarheit und unausgesprochene Erwartungen. Wie Teams mehr Klarheit und Verantwortlichkeit entwickeln können, zeige ich in meinem Bereich Leadership & Team. → Link
Wenn du mehr über Paradoxien in der Führung wissen willst und wie du mit widersprüchlichen Anforderungen umgehen kannst, beschreibe ich hier: → Link
Wie Kreativität wieder Raum bekommt
Echte Produktivität beginnt dort, wo Beschäftigtsein endet. Man muss nicht weniger arbeiten, nur anders. Diese Elemente sind entscheidend:
Zeit für Tiefenarbeit
Gezielte Fokuszeiten ohne Ablenkung sind ein Booster für Klarheit und Ergebnisse. Multitasking ist dagegen ein Kreativitätskiller.
Meetings reduzieren
Viele Abstimmungen lassen sich auch anders lösen. Kürzere, klarere und besser vorbereitete Meetings schaffen Zeit für kreative Gedanken.
Pausen ernst nehmen
Kreative Ideen entstehen oft nicht am Schreibtisch, sondern beim Gehen, Duschen oder in der Natur. Das Gehirn braucht Leerlauf, um neue Verknüpfungen zu bilden.
Prioritäten neu ordnen
Anstatt To-do-Listen abzuarbeiten, hilft eine klare Frage: Welche Aufgabe zahlt wirklich auf das Ziel ein? Der Rest darf kleiner werden.
Wer diesen Fokus stärken will und seine Arbeitsweise strategischer ausrichten möchte, findet in meinem Bereich Unternehmensführung weitere Impulse für klare Prioritäten und echte Wirksamkeit. → Link
Weniger Ablenkung, mehr Wirkung
Ich begleite Führungskräfte und Teams dabei, sich aus dieser Beschäftigungsfalle zu lösen. Ziel ist eine Arbeitsweise, die Räume schafft für Denken, für Kreativität und für echte Wirksamkeit. Denn Produktivität misst sich nicht an der Zahl der erledigten Aufgaben, sondern an der Wirkung der richtigen.
Bist du wirklich produktiv oder einfach nur beschäftigt?
Wenn du merkst, dass dein Kalender voll ist, aber deine Wirkung nicht wächst, lohnt sich ein genauerer Blick. Welche Aufgaben bringen dich wirklich weiter? Und welche halten dich nur beschäftigt?
Lass uns gemeinsam herausfinden, wie du mehr Raum für Klarheit und Kreativität gewinnst.
Wenn du das Gefühl kennst, viel zu tun, aber wenig Wirkung zu erzeugen, lass uns kurz darüber sprechen. Ein unverbindlicher Austausch kann schon viel Klarheit schaffen. Hier kannst du direkt einen Termin buchen. → Link



