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Schuldgefühle an freien Tagen und in den Ferien: Warum Erholung kein Luxus ist

  • Autorenbild: Stephan Toff
    Stephan Toff
  • 27. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Kannst du an freien Tagen wirklich abschalten oder plagt dich das schlechte Gewissen?


Laptop, Kaffeetasse und Kamera am Waldrand neben einem ruhigen Gewässer – Symbolbild für den Versuch, in der Natur abzuschalten, während Arbeit gedanklich präsent bleibt.
Viele nehmen ihre Arbeit mit in die Ferien oder freien Tage. Dadurch wird Abschalten und Erholung schwierig.

Viele Menschen kennen dieses innere Ziehen. Der Körper ist in den Ferien, aber der Kopf hängt noch im Büro. Man sitzt am See, scrollt durch die Mails und denkt, man müsse noch schnell etwas erledigen. Gleichzeitig ist da das Gefühl, dass man das Team oder Kunden im Stich lässt. Statt Erholung entsteht ein seltsamer Mix aus Anspannung und Pflichtbewusstsein.


Dabei wissen wir eigentlich: Pausen sind die Grundlage dafür, dass wir langfristig leistungsfähig bleiben. Trotzdem fällt das Loslassen oft schwer. Warum eigentlich?



Woher kommen die Schuldgefühle?


Leistungsgesellschaft

Wir leben in einer Kultur, in der Produktivität oft mit persönlichem Wert verwechselt wird. Viele spüren den Druck, immer verfügbar zu sein. Wer nicht ständig liefert, hat schnell das Gefühl, hinterherzuhinken.


Angst vor Kontrollverlust

Gerade Führungskräfte glauben oft, dass ohne sie alles ins Stocken gerät. Dieser Gedanke ist nachvollziehbar, aber selten realistisch.


Fehlendes Vertrauen

Wenn die Zusammenarbeit im Team nicht klar geregelt ist oder Verantwortlichkeiten unklar sind, bleibt vieles gedanklich an einem hängen. Das verhindert inneren Abstand.


Digitale Erreichbarkeit

Smartphone und Laptop machen es uns unglaublich schwer, mental abzuschalten. Eine kurze Teams-Nachricht, zwei ungelesene E-Mails und schon ist man wieder zurück im Arbeitsmodus.


Gerade im Homeoffice verschwimmen Grenzen besonders schnell. Warum das so ist und wie man wieder Struktur gewinnt, habe ich in einem weiteren Beitrag ausführlich beschrieben.  → Link



Warum Schuldgefühle kontraproduktiv sind


Schlechte Erholung

Wenn der Kopf weiterarbeitet, hat der Körper keine Chance, in die Regeneration zu kommen. Genau das führt später zu Müdigkeit oder Gereiztheit.


Sinkende Produktivität

Ohne echte Pausen fehlt Klarheit. Kreative Lösungen oder strategische Gedanken entstehen selten, wenn man geistig auf Reserve läuft.


Gesundheitliche Risiken

Dauerstress kann zu Schlafproblemen, Burnout-Symptomen und körperlichen Beschwerden führen. Viele merken das erst, wenn der Körper bereits Alarm schlägt.


Viele Führungskräfte unterschätzen, wie stark ständige Erreichbarkeit zur Erschöpfung beiträgt. In meinem Artikel über frühe Burnout-Warnsignale zeige ich, wie man erste Anzeichen erkennt und gegensteuert.  → Link



Wie Du Schuldgefühle überwinden und entspannen kannst


Bewusst planen

Eine gute Vorbereitung reduziert mentale Last. Klare Stellvertretungen, Übergaben und Absprachen schaffen Sicherheit und lassen dich ruhiger loslassen.


Grenzen setzen

Definiere Zeiten, in denen du nicht erreichbar bist. Am besten schriftlich und kommuniziert. So entsteht eine klare Erwartung zwischen dir und deinem Umfeld.


Vertrauen aufbauen

Ein Team, das Verantwortung übernimmt, entlastet enorm. Vertrauen ist eine Fähigkeit, nicht nur eine Haltung. Sie entsteht durch Struktur und Klarheit.


Erlaubnis zur Erholung

Viele brauchen eine Art innere Genehmigung, um die Pause auch wirklich zu nutzen. Mach dir bewusst: Erholung steigert deine Wirksamkeit, nicht umgekehrt.


Achtsamkeit praktizieren

Egal ob Spaziergang, Lesen oder ein Kaffee in Ruhe. Bewusste Momente helfen dir, den Fokus vom Kopfkino weg und zurück ins Jetzt zu bringen.


Wenn du persönlich an deinen Mustern arbeiten möchtest und mehr Leichtigkeit in deinen Alltag bringen willst, begleite ich dich gerne im Rahmen einer individuellen Beratung.



Tipps für Unternehmen


Erholungskultur fördern

Wenn Pausen respektiert werden, entsteht weniger Druck. Unternehmen sollten klar kommunizieren, dass freie Tage nicht verhandelbar sind.


Keine Erwartung zur Erreichbarkeit

Führungskräfte prägen die Kultur. Wer selbst erreichbar bleibt, sendet ungewollt ein Signal. Ein bewusstes „Ich melde mich wieder ab Montag“ kann Wunder wirken.


Vertretungsregelungen etablieren

Wenn Rollen, Abläufe und Verantwortlichkeiten sauber definiert sind, haben Mitarbeitende weniger Angst, etwas Wichtiges zu verpassen.


Ein zentraler Hebel liegt oft in der Teamdynamik. Wenn Rollen und Verantwortung klar verteilt sind, sinkt der mentale Druck enorm. Mehr dazu findest du in meinen Angeboten rund um Leadership und Teamentwicklung.



Balance zwischen Arbeit und Erholung schaffen


Ich unterstütze Unternehmen und Einzelpersonen dabei, eine gesunde Erholungskultur aufzubauen – ohne Schuldgefühle und mit bewussterer Abgrenzung. Gemeinsam entwickeln wir:

  • Strategien für eine bessere Trennung von Arbeit und Freizeit

  • Konzepte für Vertrauen und Eigenverantwortung im Team

  • Ansätze zur langfristigen Stressreduktion und Resilienz


Erholung ist kein Luxus. Sie ist ein Erfolgsfaktor. Wenn du dir erlaubst, deine freien Tage wirklich zu geniessen, investierst du in deine Leistungsfähigkeit, deine Gesundheit und deine Wirksamkeit.


Wenn du merkst, dass Schuldgefühle oder ständige Erreichbarkeit deinen Alltag bestimmen, lohnt sich ein kurzer Austausch. Buche dir unverbindlich einen Termin über meinen Kalender und wir schauen gemeinsam auf deine Situation.  → Link



 
 
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