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Führung und Transaktionsanalyse: Wie Führungskräfte durch bessere Kommunikation erfolgreicher werden

  • Autorenbild: Stephan Toff
    Stephan Toff
  • 10. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Hast du dich schon einmal gefragt, warum manche Gespräche mit Mitarbeitenden ganz leicht und klar verlaufen und andere plötzlich ins Stocken geraten, in Missverständnisse kippen oder sogar in Konflikte führen?


Scrabble-Buchstaben bilden das Wort Leadership – Symbol für bewusste Führung und Kommunikation.
Bewusste Kommunikation ist zentral für wirksame Führung. Die Transaktionsanalyse unterstützt dabei.

Führung ist in erster Linie Kommunikation. Nicht Prozesse, nicht Tools, nicht Systeme. Die Art, wie du mit Menschen sprichst, entscheidet darüber, wie sie mitdenken, Verantwortung übernehmen und sich einbringen. Ein Modell, das Führungskräfte dabei unterstützt, Kommunikationsmuster besser zu verstehen und gezielt zu verändern, ist die Transaktionsanalyse (TA).


Gerade in einer Arbeitswelt, in der die Anforderungen an Führungskräfte stetig steigen, kann ein bewusster Umgang mit Kommunikation eine enorme Wirkung entfalten. Dass dies kein „Soft Skill“ ist, sondern ein echter Erfolgsfaktor, zeigt sich auch in meinen anderen Artikeln, zum Beispiel in „Was Menschen wirklich brauchen: Die unterschätzten Kernbedürfnisse“, wo es darum geht, wie Grundbedürfnisse Engagement und Verhalten beeinflussen.  → Link



Was ist die Transaktionsanalyse?


Die Transaktionsanalyse wurde von Eric Berne entwickelt und beschreibt, wie Menschen miteinander kommunizieren. Sie geht davon aus, dass wir alle zwischen drei sogenannten „Ich-Zuständen“ wechseln, oft unbewusst.


Die drei Ich-Zustände:

Das Eltern-Ich (kritisch oder fürsorglich)

  • Kritisch: „Das muss so gemacht werden!“

  • Fürsorglich: „Ich helfe Dir, damit Du es schaffst.“


Das Erwachsenen-Ich (sachlich und lösungsorientiert)

  • „Lass uns die Fakten betrachten und gemeinsam eine Lösung finden.“


Der stärkste und wirksamste Modus in der Führung.


Das Kind-Ich (rebellisch, angepasst oder frei)

  • Rebellisch: „Das mache ich sicher nicht!“

  • Angepasst: „Ich tue, was von mir erwartet wird.“

  • Frei: „Lass uns kreativ neue Wege ausprobieren!“


Je nach Situation kann dieser Zustand kreativ oder blockierend sein.


In jeder Interaktion reagieren Menschen aus einem dieser Zustände und genau das bestimmt, wie das Gespräch verläuft.



Wie Transaktionsanalyse Führung beeinflusst


Eine starke Führungskraft erkennt, aus welchem Ich-Zustand sie selbst kommuniziert und aus welchem das Gegenüber reagiert. Diese Bewusstheit macht Gespräche nicht nur klarer, sondern reduziert auch Konflikte und Missverständnisse.


Autoritäre Führung (Eltern-Ich)

„Das wird so gemacht, weil ich es sage!“

→ führt zu Widerstand, Rückzug oder Passivität


Zu fürsorgliche Führung (Fürsorgliches Eltern-Ich)

„Ich nehme Dir die schwierigen Aufgaben ab.“

→ entmündigt und nimmt Entwicklungschancen.


Unreife Führung (Kind-Ich)

Rebellisch: „Ich hasse Meetings, genau wie Ihr.“

Angepasst: „Ich mache es, weil es von mir verlangt wird.“

→ wirkt flatterhaft oder unsicher.


Erwachsene Führung (Erwachsenen-Ich)

„Welche Optionen haben wir, und wie können wir sie nutzen?“

→ fördert Eigenverantwortung, Klarheit und Kooperation.


Diese Art zu führen ist auch zentral im Umgang mit komplexen Herausforderungen. In meinem Artikel „Paradoxien in der Führung: Die Kunst, Widersprüche erfolgreich zu managen“ beschreibe ich, warum moderne Führung besonders dann gelingt, wenn man widersprüchliche Erwartungen reifen kann.   → Link



Wie Führungskräfte die Transaktionsanalyse nutzen können


Selbstreflexion: Den eigenen Kommunikationsmodus erkennen

Welche Stimme nutzt du häufig? Bist du eher kritisch? Sehr fürsorglich? Oder weichst du Konflikten aus? Die TA hilft, Muster sichtbar zu machen, ein entscheidender Schritt für gesunde Führung.


Bewusst reagieren statt impulsiv

Wenn ein Mitarbeitender rebellisch reagiert, ist es verlockend, selbst ins Eltern-Ich zu springen. Besser: im Erwachsenen-Ich bleiben und sachlich klären: „Was brauchst du, damit wir gemeinsam vorankommen?“


Balance zwischen Klarheit und Freiraum

Zu viel Führung erstickt Verantwortung, zu wenig Führung erzeugt Chaos. Eine klare, ruhige, wertschätzende Linie ist zentral, gerade in Zeiten hoher Komplexität.


Konstruktives Feedback geben

„Das war schlecht“ (kritisches Eltern-Ich) vs. „Wie können wir das nächstes Mal verbessern?“ (Erwachsenen-Ich)


Feedback im Erwachsenen-Ich wirkt entwicklungsorientiert und respektvoll.


Diese Haltung ist übrigens ein zentrales Element moderner Zusammenarbeit, genau darüber schreibe ich im Beitrag „Digitalisierung & Führung: Leadership für die digitale Welt“, wo es darum geht, wie Kommunikation sich im digitalen Kontext verändert.  → Link



Beispiel aus der Praxis


Ein Teamleiter hatte Schwierigkeiten mit einem Mitarbeitenden, der still, zurückhaltend und wenig initiativ war. Der Teamleiter reagierte aus dem kritischen Eltern-Ich:„Du musst aktiver werden.“Das Ergebnis: Rückzug, Verunsicherung.


Erst als er bewusst ins Erwachsenen-Ich wechselte …„Welche Unterstützung brauchst du, um selbstständiger zu arbeiten?“… entstand ein anderes Gespräch. Der Mitarbeitende fühlte sich ernst genommen, begann Verantwortung zu übernehmen und entwickelte sich spürbar weiter.


Solche Effekte zeigen, wie stark Kommunikation Verhalten prägt.


Gerade in Teams zeigt sich schnell, wie stark Kommunikationsmuster wirken. Wenn Rollen, Erwartungen und Dialoge klar sind, entsteht eine ganz andere Dynamik. Genau darauf gehe ich auch in meinem Bereich Leadership & Team Coaching ein, wo wir solche Muster gezielt weiterentwickeln.“  → Link



Führung durch bewusste Kommunikation stärken


Ich unterstütze Führungskräfte und Teams dabei, diese Muster zu erkennen und gezielt zu verändern. Gemeinsam entwickeln wir:

  • Strategien für eine gesunde, erwachsene Führungshaltung

  • Methoden für klare, respektvolle Kommunikation

  • Techniken, um unbewusste Muster zu erkennen und nachhaltig zu verändern


Führung beginnt mit Kommunikation und Kommunikation beginnt mit Bewusstsein.


Wenn du deine Wirkung als Führungskraft stärken möchtest, lass uns gemeinsam daran arbeiten, deine Kommunikation klarer, ruhiger und wirksamer zu gestalten.


Wenn du deine eigene Kommunikationswirkung reflektieren und weiterentwickeln möchtest, begleite ich dich gerne auch im Rahmen einer individuellen Einzelberatung. Dort arbeiten wir gezielt an deinen Mustern, deinen Stärken und deinem Führungsverhalten.  → Link

 
 
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