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Bewerten, lästern, urteilen: Warum es uns verbindet und gleichzeitig Teams zerstört

  • Autorenbild: Stephan Toff
    Stephan Toff
  • 20. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit
Team im Unternehmen: Zugehörigkeit und Zusammenarbeit entstehen durch Verhalten und gegenseitige Wahrnehmung
Ein Team ist schnell definiert. Echte Zugehörigkeit entsteht erst im Verhalten.

Wie oft hörst Du Sätze wie:

„Der versteht das einfach nicht“,

„Die macht immer alles kompliziert“ oder

„Die da oben haben keine Ahnung“?


Bewertungen gehören zum Alltag in Unternehmen. Sie passieren überall.

  • Führungskräfte bewerten ihre Mitarbeitenden

  • Mitarbeitende bewerten ihre Vorgesetzten

  • Kolleg:innen bewerten sich gegenseitig

  • und nicht selten wird auch über die Geschäftsleitung gesprochen


Mal offen, mal zwischen Tür und Angel, mal hinter vorgehaltener Hand.

Und wenn wir ehrlich sind: In einem gewissen Mass gehört das dazu.



Warum wir überhaupt bewerten


Bewerten ist menschlich. Es erfüllt sogar einen Zweck. Wer mit anderen über Dritte spricht, schafft Nähe. Ein gemeinsames „Wir sehen das gleich“ verbindet.


Lästern kann Zugehörigkeit erzeugen.

Das Problem beginnt dort, wo aus Verbindung Abgrenzung wird.

Wenn nicht mehr das Verstehen im Vordergrund steht, sondern das Abwerten.

Wenn aus einzelnen Kommentaren ein Muster wird.

Und wenn Gespräche nicht mehr nach vorne schauen, sondern nur noch nach unten.



Wenn Bewertung kippt


Es gibt einen Punkt, an dem Bewertung destruktiv wird.


Dann passiert Folgendes:

  • Probleme werden nicht mehr angesprochen, sondern nur noch kommentiert

  • Verantwortung wird abgegeben („die anderen sind schuld“)

  • Vertrauen geht verloren

  • Fronten entstehen

  • und im Extremfall: Illoyalität oder sogar Mobbing


Das Gefährliche daran ist, dass es schleichend passiert.


Niemand steht morgens auf und sagt:

„Heute zerstöre ich die Kultur in unserem Team.“

Aber genau das kann passieren, wenn Bewertung zur Gewohnheit wird.



Warum Bewertung so selten hilft


Die meisten Bewertungen haben eines gemeinsam: Sie bleiben an der Oberfläche.


„Der ist unstrukturiert.“

„Die ist schwierig.“„

Die entscheiden falsch.“


Das Problem: Es verändert nichts.


Bewertung schafft Distanz. Sie macht Dich zum Beobachter, nicht zum Gestalter.



Von Bewertung zu Verantwortung


Wenn Dich etwas stört, hast Du drei Möglichkeiten:


  1. Du lästerst darüber

    → kurzfristig entlastend, langfristig destruktiv


  2. Du ignorierst es

    → bequem, aber wirkungslos


  3. Du übernimmst Verantwortung

    → unbequem, aber wirksam



Was Du konkret tun kannst


Es geht nicht darum, Bewertung komplett abzustellen. Das wäre unrealistisch.

Aber Du kannst bewusst damit umgehen.


1. Beobachten statt urteilen

Statt:„Der arbeitet schlecht“

Lieber:„Mir fällt auf, dass Termine mehrfach nicht eingehalten wurden“


Das klingt simpel, macht aber einen riesigen Unterschied.


2. Kritik mit Verantwortung verbinden

Wenn Du etwas ansprichst, stelle Dir eine einfache Frage:


Habe ich auch einen Beitrag zur Lösung?

  • Idee

  • Vorschlag

  • Gespräch

  • Unterstützung


Ohne das bleibt Kritik einfach Kritik.


3. Direkt statt indirekt

Viele Bewertungen entstehen im falschen Raum, sie finden indirekt (hintenherum) statt. Mit spricht mit allen, ausser mit der betroffenen Person.


Der Mut liegt darin, Dinge dort anzusprechen, wo sie hingehören, nämlich mit dem Verursacher.


4. Haltung klären

Gerade als Führungskraft bist Du ein Verstärker. Was Du tolerierst, wird zur Norm.

Wenn Du Lästern stehen lässt, wird es wachsen.

Wenn Du es hinterfragst, verändert sich etwas.


Zum Beispiel:

„Was wäre ein konkreter Lösungsvorschlag?“

„Hast Du das schon direkt angesprochen?“



Führung beginnt genau hier


Kultur entsteht nicht in Leitbildern. Sie entsteht in Momenten, in denen du handelst, in denen du Verantwortung übernimmst. Und dies zu jedem Zeitpunkt:

  • in der Kaffeeküche

  • im Meeting

  • im kleinen Kommentar zwischendurch


Hier entscheidet sich, ob ein Unternehmen zusammenarbeitet oder gegeneinander arbeitet.



Bewerten oder entwickeln?


Bewertung ist einfach.


Entwicklung braucht mehr.

  • mehr Klarheit

  • mehr Mut

  • mehr Verantwortung


Das ist der Unterschied zwischen einem Team, das funktioniert, das wächst und sich weiterentwickelt.



Mein Ansatz


Ich begleite Unternehmen und Führungskräfte genau in solchen Themen. Wenn Du merkst, dass in Deinem Unternehmen zu viel bewertet und zu wenig entwickelt wird, dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Ich unterstütze Dich im Alltag bei:

  • Kommunikation

  • Zusammenarbeit

  • Kultur


Gemeinsam schauen wir hin, wo Bewertung entsteht und wie daraus echte Entwicklung wird.


Wenn Du das Thema in Deinem Unternehmen aktiv angehen willst, lass uns sprechen → Link


Wie Du Führung und Zusammenarbeit bewusst gestaltest, erfährst Du auf meiner Seite Leadership & Team → Link

Und wie Du Dein Unternehmen strategisch klar ausrichtest und Kultur aktiv entwickelst, findest Du unter Unternehmensführung → Link


Wenn Du tiefer in ähnliche Themen eintauchen möchtest, könnten diese Beiträge für Dich spannend sein:

Fluktuation: Ursachen, Auswirkungen und Strategien zur Bindung von Talenten → Link

Paradoxien in der Führung: Die Kunst, Widersprüche erfolgreich zu managen → Link


Am Ende geht es nicht darum, Bewertung komplett zu vermeiden. Es geht darum, bewusst damit umzugehen und den Fokus wieder auf Entwicklung zu richten.





 
 

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